FIFA-Stadion in Katar setzt auf MEVA

Sicherheit und Qualität stehen im Fokus der Vorbereitungen auf die WM 2022

Daten & Fakten

  • Projekt
    • Al Rayyan Stadion, Katar (QAT) 
  • Bauherr 
    • State of Qatar, The Supreme ­Committee for Delivery & Legacy
  • MEVA-Systeme 
  • Planung und Betreuung 
    • MEVA Formwork Systems (Qatar), Doha, Qatar

18.400 m² Wand- und Deckenschalungen von MEVA im Einsatz.

Das Jahr 2018 stand mit der Weltmeisterschaft in Russland im Zeichen des Fußballs. Nach Abschluss des Turniers richtet sich die Aufmerksamkeit wieder verstärkt auf den nächsten Austragungsort dieser fußballerischen Großveranstaltung. Damit die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar stattfinden kann, begann man hier natürlich schon längst mit den Vorbereitungen.

Besondere Beachtung finden dabei die neuen Stadien. Neben der genauen Planung und den reibungslosen Abläufen legen die katarischen Behörden großen Wert auf Sicherheit bei den laufenden Bauarbeiten. Das neue Al Rayyan Stadion entsteht in enger Zusammenarbeit mit MEVA.
 

Sicherheitssysteme zertifiziert
Als Schalungslieferant für dieses Großprojekt wurde MEVA hinsichtlich der hohen Sicherheitsansprüche und Qualitätskriterien staatlich geprüft und zertifiziert. „Selbst die Kranösen von Schalungselementen oder Transportkisten für Kleinteile wurden erneut kontrolliert“, erklärt MEVA-Ingenieur Mustafa Öksüz die hohen Sicherheitsanforderungen. Projekt Manager Abdullah Al Fehani verkündete stolz, dass es innerhalb von 19 Mio. geleisteten Stunden noch keinen Arbeitsunfall mit Ausfallzeiten gab. Niemand ist in dieser Zeit verletzt worden und es kam zu keinen unplanmäßigen Unterbrechungen der Arbeit. Al Fehani sagt: „Das ist nicht nur gut für jeden von uns, der in einer sicheren Umgebung arbeitet. Gesundheit und Sicherheit sind das wahre Vermächtnis dieser Weltmeisterschaft, an dem unser Team intensiv arbeitet.“

Flexible Planung von Anfang an
Die detaillierte Planung in allen Bereichen berücksichtigt selbst die Anbringung von Verbindungsteilen wie Flanschschrauben und Schalschlössern. Nachdem die MEVA-Ingenieure in der rund 20 km entfernten Hauptstadt Doha die ersten Schalungspläne fertigstellten, konnte im Herbst 2016 rund fünf Wochen vor dem Zeitplan mit der Betonage der Tribünen begonnen werden. Diese positive Tendenz zog sich durch das gesamte Projekt hindurch, forderte allerdings auch hohe Flexibilität seitens der Ingenieure und der eingesetzten Schalungssysteme. „Änderten sich im Verlauf der Bauarbeiten die Anforderungen, mussten wir uns anpassen und entsprechend umplanen“, berichtet Mustafa Öksüz. „Wir waren dabei natürlich angehalten mit den vorhandenen Materialien zu arbeiten, damit keine Verzögerung entsteht. Das ist mit unseren flexiblen Schalungssystemen sehr gut gelungen.“

Logistik ohne Nachspielzeit
Während anfangs mehr als genug Lagerfläche für Materialien, Baustoffe und Schalungssysteme zur Verfügung stand, wurden mit zunehmenden Baufortschritten im und um das Al Rayyan Stadion die Platzverhältnisse immer begrenzter. Insgesamt waren bei diesem Großprojekt neben Stützen und Sicherheitssystemen allein 18.400 m² Wand- und Deckenschalungen von MEVA im Einsatz. Da für diese enorme Menge dauerhaft nicht genug Platz geboten war, galt es die logistische Planung so effizient wie möglich zu gestalten. Der straffe Zeitplan dieses Projekts sah keine Nachspielzeiten vor. Daher galt es die logistischen Anforderungen in enger Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen abzustimmen. Die punktgenaue Anlieferung war nicht nur aufgrund der zeitlichen Planung entscheidend, das verantwortliche Bauunternehmen konnte bei dieser Menge an Schalungsmaterial auch einiges an Kosten einsparen.

Schalungssysteme im Einsatz
Die Al Balagh Trading & Contratcing Co. W.L.L. setzte zusammen mit dem Bauununternehmen Larsen & Toubro Ltd. auf unterschiedliche Schalungssysteme von MEVA. Von AluFix über StarTec und Mammut 350 bis hin zu CaroFalt, Circo und den Deckenschalungen MevaDec und MevaFlex blieb kaum ein Schalungssystem auf der Ersatzbank. In den verschiedenen Bereichen dieser Großbaustelle konnte jedes System seine Stärken ausspielen.

Streifenfundamente mit ­Mammut 350 und AluFix
Da der Baugrund nur eine begrenzte Tragfähigkeit aufweist, mussten Streifenfundamente hergestellt werden, die unter tragenden Wänden und Bodenplatten die Gebäudelasten gleichmäßig auf den Untergrund verteilen. Je nach Größe der einzelnen Fundamente setzte man auf die leichte Wandschalung AluFix oder die großflächige Mammut 350. Diese eignete sich mit 3,50 m x 1 m großen Elementen speziell für Blöcke des Fundaments, die mit einer Größe von 30 m x 1 m einen Großteil der Lasten aufnehmen. Gleichzeitig setzte man die leichte Wandschalung AluFix für kleinere Teile des Fundaments ein. Dank der Aluminium-Rahmen lässt sich AluFix per Hand transportieren und hilft dabei Kranzeit zu sparen. So konnte parallel an mehreren Stellen gearbeitet und ein zeitlicher Vorteil erzielt werden.

Tiefgarage in Sichtbeton
In der Tiefgarage des neuen Stadions fahren die Mannschaftsbusse bekannter, internationaler Teams ein und aus. An die Sichtbetonflächen wurden dementsprechend erhöhte Anforderungen gestellt. Die 5,9 m hohen Wände sollen später nicht verputzt werden und zeichnen sich daher durch ebene und glatte Oberflächen aus. Mit der serienmäßig integrierten alkus-Vollkunststoff-Platte kann selbst im gebrauchten Zustand problemlos und kontinuierlich Sichtbetonqualität erzielt werden. Die Platte ist einfach zu reinigen, nagelbar wie Holz ohne zu quellen und kann bei Bedarf stoffgleich repariert werden. 

Zusammenspiel von MevaDec und MevaFlex
Hohe Decken, wie etwa in der Tiefgarage, wurden ab einer Höhe von 5,5 m mit massiven Unterzügen geschalt. Hier kam die konventionelle Deckenschalung MevaFlex ins Spiel. Dazu wird die Schalplatte mit H20-Trägern auf den Boden des Unterzugs aufgesetzt. Die seitliche Abstützung erfolgt per Unterzugbock. Nach dieser Vorlage übernahm die flexible Systemdeckenschalung MevaDec die übrigen 90% der Deckenschalung bei Stärken von 25 – 40 cm. Dabei ermöglichte das rasterfreie System die freie Richtungswahl der Träger, passt sich so an die Geometrie des Gebäudes an und reduziert Ausgleiche. Die einzelnen Komponenten können zudem von einer Person per Hand transportiert werden, wodurch auch der Aufbau flexibel erfolgte. Vor allem die Funktionalität des MevaDec-Fallkopfs überzeugte bei den Bauarbeiten. Dieser senkt die Haupt- und Nebenträger um 19 cm ab, sodass die Elemente mühelos ausgeschalt und für die nächste Betonage verwendet werden können. Bereits nach drei bis vier Tagen war Frühausschalen möglich. Dadurch wurde die Materialvorhaltung signifikant reduziert und der Baufortschritt am Al Rayyan Stadion noch einmal beschleunigt.
 
Gerade, rund und eckig
Im weiteren Verlauf wurden Wände, Aufzugschächte und auch die Tribünen der Zuschauer mit der Wandschalung StarTec geschalt. Die Mehrbereichsschalung von MEVA eignet sich dank einer vollflächigen Frischbetondruckaufnahme von 60 kN/m² für schnelle, hohe Betonagen. Ausgleiche, Versprünge und Ecken sind problemlos auch ohne Kran realisierbar, da das System einheitlich mit der leichten Aluminiumschalung AluStar kombiniert werden kann. Säulen und Stützen von bis zu 8 m Höhe wurden bei diesem Projekt mit Circo und CaroFalt geschalt. Die Rundsäulenschalung Circo wurde in je zwei Halbschalen angeliefert, die sich, wie gewohnt, mit dem MEVA-Schalschloss verbinden lassen. Passgenaues Aufstocken ist dank paarweise gedrehter Verbindungsflansche möglich. CaroFalt ist wiederum eine Stützenschalung aus vier baugleichen Elementen, die wie Windmühlenflügel gelenkig miteinander verbunden sind. Beide Systeme bieten dank Betonierbühnen mit integrierter Aufstiegshilfe bestmögliche Sicherheit beim Arbeiten. 

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Die Betonage des Rohbaus endete planmäßig in 2018. Bereits ein Jahr später sollen die Bauarbeiten am neuen Al Rayyan Stadion abgeschlossen werden. Nach der Weltmeisterschaft wird das Gebäude wieder ein wenig verkleinert. Die zunächst vorhandenen 40.000 Sitzplätze werden reduziert, sodass anschließend noch 21.000 Plätze für Spiele des lokalen Al Rayyan Sports Clubs bereitstehen. Die obersten Ränge werden dazu demontiert und an aufstrebende Fußballnationen gespendet.