Zeichnung einer Baustelle

Skipiste auf dem Dach

Im östlichen Teil der Budaer Berge, nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest, liegt das beliebte Natur- und Erholungsgebiet Normafa.

Daten & Fakten

  • Projekt
    • Sport- und Erholungszentrum, Budapest (HUN)
  • Bauunternehmen
    • Archibona Kft. und CLC-Construct Kft.
  • MEVA-Systeme
  • Planung und Betreuung
    • MEVA Zsalurendszerek Zrt., Budapest, Ungarn
Arbeiter auf einer Baustelle beim Aufbau einer Bewehrung

Sportzentrum in Hanglage an die Landschaft angepasst

Im östlichen Teil der Budaer Berge, nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest, liegt das beliebte Natur- und Erholungsgebiet Normafa. Die Gegend ist aufgrund ihrer Lage bekannt für Wintersportaktivitäten. Wer sich allerdings nicht erst im tiefsten Winter auf die Bretter stellen möchte, der freut sich auf das neue Sport- und Erholungszentrum.

Dieses entsteht nahe einer über 100 Jahre alten Jugendstilvilla und schmiegt sich in seiner Form an die Landschaft an. Gebaut an einem Hang, wird das Sport- und Erholungszentrum unterirdisch in mehreren Stufen errichtet. 

Unterirdischer Wassertank
Unter der Erde findet sich zunächst das Kellergeschoss mit einer Grundfläche von rund 2.000 m². Dieses dient als Niederschlagauffangbecken, um später möglicherweise Schneekanonen zu betreiben und einen durchgängigen Ski-Betrieb zu ermöglichen. Die bauliche Anforderung ist damit klar: Wasserdichte Wände sind notwendig. Die Außenwände wurden daher zweiseitig mit innenliegenden Wassersperren geankert. Dazu wird von jeder Seite ein Ankerstab in der Wassersperre verschraubt, die als verlorenes Innenteil nach der Betonage in der Wand verbleibt. Für den Einsatz einer Wassersperre sind darüber hinaus stets zwei kurze Hüllrohre und vier Druckkonen erforderlich, um die Ankerstelle entsprechend abzudichten ­(siehe Grafik unten). 

Einhäuptig mit STB 450
Das 100 m lange Gebäude verfügt über drei Erweiterungseinheiten, die ebenfalls in den Hang gebaut werden. So liegen neben dem Niederschlagauffangbecken noch weitere Geschosse zum Teil unter der Erde. Dabei sind die jeweiligen Fundamente auf unterschiedlichen Höhen. Die Stufen zwischen den Bodenplatten betonierte man mit dem Stützbock STB 450 gegen das Erdreich. Bei der einhäuptigen Betonage wird der gesamte Frischbetondruck über die Schalungsfläche in den Stützbock und so in das Fundament geleitet. Wände, die über das Erdreich hinausragten, wurden im weiteren Verlauf zweiseitig geankert. Im Einsatz war die Wandschalung ­Mammut 350, die dank großflächiger Elemente von bis zu 8,75 m² und einer Frischbetondruckaufnahme von 100 kN/m² große Takte und damit einen schnellen Baufortschritt ermöglicht.


Nutzlast aus Erde und Schnee
Das Niederschlagauffangbecken selbst liegt vollständig unter der Erde. Darüber entsteht später eine Übungspiste für Skifahrer. Diese außergewöhnliche Anforderung wurde bei der Planung entsprechend berücksichtigt: Die statischen Berechnungen kalkulieren eine rund 30 cm starke Erdschicht, das Gewicht der Schneedecke sowie natürlich die Skifahrer selbst. Getragen wird die Decke über dem Kellergeschoss in einem ­regelmäßigen Abstand von 5 m durch Rundsäulen, sodass mit einer Deckenstärke von 25 cm die errechnete Nutzlast aufgenommen werden kann. Erstellt wurden die Säulen mit einem Durchmesser von 30 cm mit der Rundsäulenschalung Circo von MEVA.

Decken mit 25° Neigung
Insgesamt sollte sich der Neubau in Hanglage in seiner Form an das Gelände anpassen. So wurden einige Dachdecken etwa auch im Bereich der Skipiste mit einer Neigung von 25° erstellt. Einige Geschosse verschwinden so unter der Erde und bieten den Skifahrern mehr Raum. Die eingesetzte Deckenschalung MevaFlex wurde von ­EuMax-Baustützen gehalten. Mit Auszugslängen von 90 cm bis 550 cm passen sich die Baustützen von MEVA flexibel an unterschiedliche Höhen an und erfüllten so auch bei diesem Projekt die gestellten Anforderungen. 

Zeichnung einer Schalungsmethode mit Wassersperre und Druckkonus mit deutschem Text